Unter dem Stichwort „Vernetzung“ versteht man eine aufkommende Ära, die sämtliche Flurförderzeuge mit den Mitarbeitern und Lagersystemen untereinander auf elektronischen Wegen verbinden wird. Diese Entwicklung nimmt im Zuge der digitalen Ära im Bereich der Intralogistik immer weiter zu. Doch was bedeutet das konkret? Schauen wir uns ein Beispiel an!

Pre-Shift-Check

Linde Material Handling hat bei einem Event auf der kürzlich zu Ende gegangenen Messe „World of Material Handling“ eine neue Applikation vorgestellt, die den Fahrern demnächst zur Verfügung gestellt wird. Sie nennt sich „pre-op check“, kurz für pre-operational check und ermöglicht die Erfassung des Fahrzeugzustands über das Smartphone (Android) für den obligatorischen Check vor Schichtbeginn. Der Fahrer verbindet sich via Bluetooth und NFC mit dem Fahrzeug und füllt einen vom Flottenbetreiber vorbereiteten Fragebogen aus, der vollständig individuell konfigurierbar ist. Somit kann passend zu den betrieblichen und rechtlichen Belangen des Unternehmens sowohl die Zugangskontrolle aber auch Betriebssicherheit des Fahrzeugs vor Fahrtantritt gewährleistet werden.

Schritt 1: Das Fahrzeug wird per NFC mit der App verbunden und identifiziert.

Schritt 1: Das Fahrzeug wird per NFC mit der App verbunden und identifiziert.

Schritt 2: Der Fahrer kann nun die Fragen zum Fahrzeugzustand per App beantworten und im Schadensfall inklusive Schadensbild die Informationen weiterleiten.

Schritt 2: Der Fahrer kann nun die Fragen zum Fahrzeugzustand per App beantworten und im Schadensfall inklusive Schadensbild die Informationen weiterleiten.

Sollte bei der Überprüfung des Fahrzeugs ein Schaden festgestellt werden, wird die Meldung via frei konfigurierbarer E-Mail an den Flottenmanager, Lagerleiter oder Servicetechniker verschickt. Zusätzlich kann der Fahrer ein „Selfie“ vom Fahrzeug machen, das ebenfalls mitgesendet wird. Instagram für Stapler? Das könnte man durchaus sagen – sollte nämlich etwas am Fahrzeug sichtbar nicht in Ordnung sein, weiß der Verantwortliche gleich Bescheid.

Speziell für weitläufige Betriebsgelände ist das GPS-Tagging der Bilder (Verortungsinformationen via Geopositionierung im Bild) ein nicht zu unterschätzender Vorteil, damit der Servicetechniker aber auch der Flottenmanager weiß, wo das Fahrzeug steht.

So einfach kann es heute gehen! Moderne Technik hilft, den Betriebszustand der Flotte hoch zu halten. Insbesondere Kunden aus England freuen sich auf die App, die kurz nach Ende der WoMH zur Verfügung gestellt wird. Denn sie müssen besondere rechtliche Anforderungen erfüllen, die über die Nutzung Smartphone-App weitaus effizienter einzuhalten sind.

Die App kann aber noch mehr: Die Fahrer können frei einstellbare Hinweise erhalten. So könnte der Flottenmanager eine Meldung absetzen, dass der Führerschein abläuft oder das nächste Fresh-up für den Erste-Hilfe-Kurs ansteht. Sollte es sich bei dem Fahrzeug um ein Lithium-Ion betriebenes handeln, wird dem Fahrer der Ladezustand des Akkus angezeigt. Praktisch!

Ausblick

Im Gespräch mit den zuständigen Mitarbeitern wurde deutlich, dass es sich nicht etwa um ein Gimmick handelt, sondern bei der Entwicklung des Systems auf einen sehr praktischen Nutzen im Alltag geachtet wurde bei gleichzeitig einfacher Bedienbarkeit. Sowohl für den Flottenmanager aber auch für die Fahrer. Ich habe das Gefühl, dass dies nicht der letzten Stand der Entwicklung sein wird. Erfahrungsgemäß stellen User weitere Anforderungen an eine Applikation, sobald sie den Nutzwert erkannt haben. Linde Material Handling kann sich auf diese Erweiterungs-Effekte schon einmal einstellen.

Gastbeitrag

zur World of Material Handling
Blogger Robert Basics

von Robert Basics

Robert Basic ist Diplom-Kaufmann und war sieben Jahre in der Deutschen Bank als IT-Projektleiter tätig. 2003 erfüllte er sich seinen Traum und machte sich als Blogger, Berater und Event-Gestalter selbständig. Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier: Zukunftstechnologien, Gadgets die das Leben verbessern, wirtschaftliche Zusammenhänge, die Entwicklung des Internets vom Web 2.0 über das internet of things bis hin zur Industrie 4.0, sozio-technisch getriebene Umwälzungen, Veränderungen der Arbeitswelten und Innovationen sind die Themen, die ihn antreiben und über die er seit mittlerweile fast 15 Jahren berichtet. Auf seinen Netzwerken und Blogs folgen ihm rund 36.000 Leser.
Bild: Sandra Schink