Flottenmanagement-System von Linde optimiert die Effizienz im Lager durch höhere Auslastung und weniger Gewaltschäden

Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit werden beim Automobilzulieferer Samvardhana Motherson Peguform (SMP) großgeschrieben. Am Hauptsitz in Bötzingen produziert das Tochterunternehmen der indischen Samvardhana Motherson Group hochwertige Interieur- und Exterieur-Module für alle führenden Automobilhersteller. Einen entscheidenden Beitrag zur Ordnung und Sicherheit im Lager leistet das Flottenmanagement-System Linde connect. Linde Material Handling hat die gesamte Flotte von SMP mit der intelligenten Lösung ausgestattet. Im Ergebnis profitiert das Unternehmen von maximaler Transparenz, einer deutlich reduzierten Schadensquote sowie von einer verbesserten Auslastung und höheren Verfügbarkeit der Flurförderzeuge.

Im Weinort Bötzingen am Kaiserstuhl sitzt mit SMP ein führender Experte für hochwertige Interieur- und Exterieur-Module in der Automobilindustrie. Zahlreiche namhafte Hersteller vertrauen auf die Arbeit von SMP. Das 1959 unter dem Namen Badische Plastikwerke gegründete Unternehmen beschäftigte sich zunächst mit der Entwicklung und Fertigung von Kunststoffprodukten für den Haushalt, wie beispielsweise Kunststofffässer und -boxen sowie Getränkekisten. In den 1970er Jahren ließ Opel die ersten lackierten Stoßstangen des legendären Mantas in Bötzingen fertigen – und legte damit den Grundstein für die weitere Entwicklung des heute weltweit tätigen Automobilzulieferers. Das Unternehmen konzentrierte sich fortan unter dem Namen Peguform auf die Herstellung und Entwicklung von Kunststoffteilen für den Automobilmarkt. 2011 wurde Peguform in die indische Samvardhana Motherson Group integriert. Mit einem Jahresumsatz von 9,1 Milliarden US-Dollar zählt die Gruppe zu den 26 größten Zulieferern der Welt. Außer in Bötzingen produziert SMP in Deutschland an fünf weiteren Standorten. Sie alle befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Produktionsstandorten von Automobilherstellern – genauso wie die internationalen Werke in China, Indien, Mexiko, Brasilien und in den USA. Insgesamt beschäftigt SMP 14.000 Mitarbeiter, davon 1.600 am Hauptsitz.

Wunsch nach mehr Transparenz

Der Spezialist für Cockpits, Türinnenverkleidungen, Stoßfängermodule und innovative Karosserieteile aus Kunststoff produziert in Bötzingen auf einem 132.000 m² großen Areal. Auf dem Werksgelände verkehren insgesamt 71 Fahrzeuge von Linde, der Großteil davon sind Fronstapler (39) und Lagertechnikgeräte (22). Darüber hinaus sind bei SMP unter anderem drei Schubmaststapler, zwei Schmalgangregalfahrzeuge, sowie drei Schlepper im Einsatz. Sie transportieren im Drei-Schicht-Betrieb Materialien für die Produktion sowie fertige Komponenten in Spezialgestellen. Mit weiteren Linde-Fahrzeugen werden auch tonnenschwere Werkzeuge für den Kunststoffspritzguss von und zu ihrem Einsatzort gebracht. SMP setzt bereits seit sechs Jahren auf Flurförderzeuge des Warenumschlagsspezialisten Linde. Als Flottenmanagement nutzte das Unternehmen bisher ein nachträglich zugekauftes System mit geringem Leistungsumfang. „Das alte System musste bei unseren Fahrzeugen zunächst aufwändig nachgerüstet werden. Wir konnten in der Software nur die Mitarbeiterzuordnung zu den Staplern vornehmen, hatten aber insgesamt wenig Transparenz und Kontrolle“, erklärt Marie-Luise Wolf, stellvertretende Leiterin Materialwirtschaft & Logistik sowie Gruppenleiterin Versand bei SMP. Bei Problemen mit dem System war das Unternehmen immer auf die Hilfe des externen Softwarelieferanten angewiesen, der jedoch keinen flächendeckenden Support für die Software leisten konnte.

Marie-Luise Wolf und Michael Hoffmeister überwachen, analysieren und optimieren die gesamte SMP-Flotte mit Linde connect. Bild: Linde

Marie-Luise Wolf und Michael Hoffmeister überwachen, analysieren und optimieren die gesamte SMP-Flotte mit Linde connect. Bild: Linde

Flottenmanagement on Board

SMP machte sich deshalb auf die Suche nach einer zeitgemäßen Lösung mit einem deutlich größeren Funktionsumfang. „Wir wollten ein System mit besonders hoher Transparenz in den Abläufen. Und Linde hat uns mit connect genau diese Lösung vorgestellt“, sagt Marie-Luise Wolf. „Wir konnten sofort starten, da Linde connect direkt ab Werk in den Fahrzeugen verbaut ist.“ Mittlerweile ist die gesamte Fahrzeugflotte in das Linde-Flottenmanagementsystem integriert. „Der große Funktionsumfang von Linde connect erhöht die Sicherheit auf unserem Gelände und verschafft uns deutlich mehr Möglichkeiten, um eine optimale Auslastung und Verfügbarkeit unserer Flotte zu erreichen“, erklärt Michael Hoffmeister, stellvertretender Gruppenleiter Versand und Schichtführer Lager & Transport bei SMP.

Marie-Luise Wolf, stellvertretende Leiterin Materialwirtschaft & Logistik sowie Gruppenleiterin Versand bei SMP, gefällt besonders das intuitive Handling der Software. Bild: Linde

Marie-Luise Wolf, stellvertretende Leiterin Materialwirtschaft & Logistik sowie Gruppenleiterin Versand bei SMP, gefällt besonders das intuitive Handling der Software. Bild: Linde

Nutzerbezogen und übersichtlich

Die in den Staplern und Lagertechnikgeräten des Automobilzulieferers verbaute Hardware sammelt über Sensoren und die Steuerung Nutzungsdaten und leitet sie per WLAN an die Software connect:desk weiter. In diesem Datencockpit laufen alle von der Hardware erfassten Daten zusammen und werden übersichtlich angezeigt. Marie-Luise Wolf und Michael Hoffmeister überwachen, analysieren und optimieren so die gesamte Flotte. Das Besondere dabei: Jeder Flottenverantwortliche kann sich seine persönliche Dashboard-Oberfläche individuell zusammenstellen. Gleichzeitig bekommt er nur die Informationen angezeigt, für die er berechtigt ist und die für seine tägliche Arbeit relevant sind.

Pre-Operational Check mit dem Smartphone

Mit der Funktionsgruppe connect:ac (access control) wird der Zugang zur Fahrzeugflotte gesteuert. Die Fahrer von SMP melden sich mit ihrer RFID-Werkskarte direkt am Stapler an. Der Zugang ist je nach Person, Fahrberechtigung und Fahrzeug steuerbar. Für jeden Fahrer sind z.B. Staplerschein und die gesetzlich vorgeschriebene jährliche Sicherheitsunterweisung digital hinterlegt. Fehlt einer dieser Nachweise oder liegt keine Gültigkeit mehr vor, kann der betroffene Fahrer das Fahrzeug nicht in Betrieb nehmen. Die Software übernimmt dabei die Kontrolle der Termine und warnt über das Dashboard und alternativ auch per E-Mail aktiv, bevor beispielsweise gültige Fahrberechtigungen ablaufen.

Um der vor jedem Fahrantritt vorgeschriebenen Fahrzeugsichtprüfung zu entsprechen, setzt SMP die App „pre-op check“ ein. Die in den Richtlinien der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) geforderte Dokumentation des Sicherheitschecks erfolgt damit papierlos auf einem handelsüblichen Smartphone. Gegenstand der Fragen, die der Mitarbeiter mit Ja oder Nein zu beantworten hat, sind beispielsweise Reifendruck und Reifenprofil, Betriebsflüssigkeiten, Batteriestand sowie Hinweise auf äußere Schäden. Sichtbare Mängel kann der Fahrer sofort per Foto festhalten. Durch die digitale Abfrage stellt das Unternehmen sicher, dass sich die Fahrzeuge nur dann starten lassen, wenn der „Pre-Operational Check“ erfolgreich durchgeführt wurde und dabei kein von SMP als „kritisch“ betrachteten Sicherheitsmangel festgestellt wurde.

Fahrer- und fahrzeugindividuelle Einstellungen

SMP regelt mit connect:ac auch fahrerspezifische Einstellungen, wie etwa die maximal mögliche Fahrgeschwindigkeit, und erhöht auf diese Weise die Sicherheit in den Produktions- und Logistikanlagen. „Wir lassen unsere Auszubildenden beispielsweise nur mit gedrosselter Geschwindigkeit fahren“, berichtet Marie-Luise Wolf. „Außerdem ist auch eine fahrzeugbezogene Drosselung möglich.“ Diese gibt es unter anderem beim Transport der bis zu 40 t schweren Kunststoffspritzgusswerkzeuge. Das geringere Tempo stellt sicher, dass die Last auf den Anhängern auf keinen Fall ins Rutschen kommt. „Wir haben auf unserem Gelände einige Schwellen und Unebenheiten“, erklärt Michael Hoffmeister. „Da ist es besonders wichtig, nicht zu schnell zu fahren, damit Material und Waren beschädigungsfrei an ihrem Ziel ankommen.“

Bei connect ac: hat jeder Fahrer seine individuellen Zugangsdaten. Bild: Linde

Bei connect ac: hat jeder Fahrer seine individuellen Zugangsdaten. Bild: Linde

Größeres Bewusstsein und geringere Schadenssumme

Vor allem die Transparenz durch Linde connect überzeugt die Verantwortlichen bei SMP. Alle Fahrer führen die Fahrzeuge jetzt mit größerem Verantwortungs- und Zuständigkeitsbewusstsein. Die monatliche Schadenssumme an den Flurförderzeugen ist um rund 60 % gesunken. Dass Kollisionen und Gewaltschäden bei SMP heute nur noch sehr selten auftreten, ist ein Verdienst der integrierten Schockerfassungs-Funktion connect:dt (Crash Detection) bei. Erfasst werden u.a. der Zeitpunkt und die Stärke von Erschütterungen, die zu Schäden am Fahrzeug führen können. Wirken zu starke Kräfte auf den Stapler, wird er in eine von SMP einstellbare Schleichfahrt versetzt. Gleichzeitig steht mit dem Modul connect:dt ein digitales Fahrtenbuch zur Verfügung, in dem alle Betriebsstunden der Fahrzeuge des Automobilzulieferers erfasst und Wartungen automatisch angestoßen werden.

Optimierungspotenziale sofort ersichtlich

Das klassische Management der Flotte erfolgt bei SMP mit der Funktionsgruppe Nutzungsanalyse connect:an. Marie-Luise Wolf und Michael Hoffmeister haben jederzeit die Verfügbarkeit und die Auslastung ihrer Fahrzeuge im Blick. Optimierungspotenziale hinsichtlich der Fahrzeugnutzung sind unter anderem über Diagramme ersichtlich. Die Basis bilden auch hier wieder die automatisch übertragenen Fahrzeugdaten, wie beispielsweise Fahr- und Hubanteile im täglichen Betrieb.

Fazit

Die Verantwortlichen bei SMP sind mit dem neuen Flottenmanagement-System Linde connect vollends zufrieden. „Besonders gelungen ist das intuitive Handling der Software vom Einpflegen neuer Mitarbeiter bis zur Überwachung der Flotte“, erklärt Marie-Luise Wolf. „Zudem benötigen unsere Fahrer nur sehr kurze Einarbeitungsphasen im Umgang mit dem System.“ In Zukunft möchte SMP verstärkt mobile Endgeräte einsetzen, um den Status der Flotte auch unterwegs jederzeit abrufen zu können.

 

Franziska Klein

Franziska Klein

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